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Nur ein kleiner Ausschnitt aus dem Waldecker Spielzeugmuseum

Die Sammlung umfasst eine breite Palette an Puppentypen von unterschiedlicher Qualität aus der Zeit von 1880 bis 1950, so dass spezifische Entwicklungsschritte von Herstellung, Material und Form vermittelt werden können. Dabei können Puppen der bedeutendsten zeitgenössischen Hersteller, wie z. B. von Armand Marseille, Kämmer & Reinhardt, Jumeau, Koenig & Wernicke, Heinrich Handwerck oder Schildkröt, gezeigt werden. Zur besseren Übersichtlichkeit sind Untergruppen gebildet, die sich an dem Material der Puppenköpfe orientieren.
„Trud-Itti“
Käthe-Kruse, Donauwörth (bis 1945 Bad Kösen)
1950er Jahre
Kopf und Körper aus Textil
Seit 1910 gibt es die Käthe-Kruse-Puppe, die vollständig aus Soff besteht. Die ersten Puppen fertigte Käthe Kruse für ihre Kinder. Die ursprüngliche Puppe bestand aus wasserdichtem Nessel, die mit Haaren ausgestopft wurden. Die Nähte waren imprägniert, so dass keine Feuchtigkeit eindringen konnte.
Episode blieb die industrielle Fertigung der Käthe-Kruse-Puppen u. a. durch Kämmer & Reinhardt. Da diese nicht den Qualitätsansprüchen der Auftraggeberin entsprachen, gründete Käthe Kruse um 1918 in Bad Kösen an der Saale eine eigene Fabrik: „Werkstätte der Käthe-Kruse-Puppe“. „Schlenkerle“, „Träumerchen“ und „Das deutsche Kind“, dem ihr vierjähriger Sohn als Vorbild diente, waren seit 1922 Typen der Fabrikation. Das Besondere an den Puppen ist, dass sie unzerbrechlich, waschbar, weich und anschmiegsam sind, aber auch teuer: nur begüterte Familien konnten sich ihre Anschaffung leisten.
Puppe ohne Kopf
1880-1950er Jahre
Körper aus Papiermaché
Diese Puppe hatte deshalb eine lange Lebensdauer, weil defekte Gliedmaßen ausgetauscht wurden. Der Rumpf stammt aus der Zeit etwa 1880 - 1912, die Beine aus den 1930er und die Arme aus den 1950er Jahren.
Zwischen 1815 und 1840 kamen die ersten Puppen mit Köpfen aus Papiermaché auf. Sie besaßen gestopfte Rümpfe aus weißem bzw. rosafarbenem Leder oder Textil. Glasaugen und die zeitgenössische Haarmode ließen ihre Gesichtszüge realistisch erscheinen.
Papiermaché ist eine Cellulose oder aufgelöstem Papier bestehende Masse, die mit Ton, Kreide, farbigen Substanzen sowie Kleister oder Leim gemischt, und in Formen gedrückt oder mit der Hand geformt wurde. Die Körper der Puppen mit Köpfen aus Papiermaché bestanden zumeist aus gestopftem Leder oder Stoff.
„Schildkröt“-Puppen
Puppen mit der Schutzmarke einer Schildkröte wurden seit 1894 von der „Rheinischen Gummi- und Celluloidfabrik“ in Mannheim-Neckarau produziert. Die späteren „Schildkröt-Werke“ (seit 1899) waren 1873 gegründet worden und stellten seit 1880 Waren aus Celluloid her. Der Konzern entwickelte sich in Europa zum Branchenriesen für die Puppenherstellung aus Celluloid.Die Werke belieferten aber auch andere Puppenhersteller mit Kopfrohlingen, wie Kämmer & Reinhardt, J. D. Kestner jun. sowie König & Wernicke in Waltershausen. Diese Puppen besitzen dann in der Regel zwei Halsmarken.
Puppenköpfe aus Blech
1886 erschienen die ersten Puppenköpfe aus Blech. Es sollten Puppen hergestellt werden, die unzerbrechlichen waren. Aus diesem Grund wurde auch mit Metall experimentiert. Qualitätsköpfe wurden aber nicht aus Blech, sondern aus Messing gepresst, um die Puppe vor Rost zu schützen. Metallköpfe wurden bis in die 1940er Jahre produziert. Der Eisenmangel im Zweiten Weltkrieg zwang dann zur Einstellung der Fabrikation.
Barbie- Mythos
Der Vorläufer der Barbie war Lilli, die 1952 als freche Cartoonfigur für die Bild-Zeitung von Reinhard Beuthien zunächst als Lückenfüller für die Sonntagsausgabe geschaffen wurde.Wegen ihrer überaus großen Popularität entstand 1955, eigentlich als Werbe- und Partygag für Erwachsene, die Puppe Lilli, die an Zeitungskiosken erhältlich war.
Die Amerikanerin Ruth Handler, Inhaberin der Spielzeugfirma Mattel-Creations, erkannte die sichere Anziehungskraft und Popularität, die die Puppe als Spielzeug haben würde, und kaufte die Rechte von Lilli auf, um sie 1959 auf der New Yorker Spielwarenmesse als Barbie, nach dem Namen ihrer Tochter, vorzustellen.
Das Erfolgsrezept der Barbie liegt darin, dass sich die Mädchen im Rollenspiel mit der Idealfrau, nämlich mit Schönheit, Reichtum, Weiblichkeit und Selbstbewusstsein identifizieren. Ken, ihr Begleiter, den sie nie geheiratet hat, spielte immer nur die Nebenrolle. Barbie war in Freizeit, Beruf und auf der gesellschaftlichen Ebene immer die Hauptakteurin.
 Im Spiel vertieft  Auf dem Weg zum Kindergarten
 Weihnachtsgrüße von Koenig und Wernicke 1933
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